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Betreuungsverfügung – Eine Vorsorge, die Jeder treffen sollte

Die Betreuungsverfügung als Absicherung, wenn Sie nicht mehr entscheiden können

Für den Fall, dass Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr eigenständig regeln können und keine Vorsorgevollmacht vorliegt, bestimmt das Gericht eine Betreuungsperson, die für Sie Entscheidungen trifft. Wenn Sie eine Betreuungsverfügung formuliert haben muss das Betreuungsgericht sich an Ihre niedergeschriebenen Wünsche und Vorstellungen halten. Somit stellt die Betreuungsverfügung eine Absicherung dar. Sie tritt in Kraft, wenn Sie nicht mehr selbst Entscheidungen treffen können. Das Betreuungsgericht prüft Ihre Betreuungsverfügung, ob die aufgeschriebenen Wünsche und Vorstellungen Ihrem Sinne entsprechen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie ihre Wünsche möglichst konkret und unmissverständlich aufschreiben. Alles was Sie in der Betreuungsverfügung aufschreiben, können Sie jederzeit formlos widerrufen.

Was beinhaltet eine Betreuungsverfügung?

In die Betreuungsverfügung schreiben Sie, von wem Sie betreut werden möchten oder auch von welchen Personen Sie explizit nicht betreut werden wollen. Zusätzlich können Sie schreiben, wo und wie Sie wohnen möchten. Auch Vorstellungen zu medizinischen Behandlungen können Sie verfassen. Hier schreiben Sie auf, welche Eingriffe oder Behandlungen Sie auf keinen Fall wünschen.  Beispielsweise, können Sie aufschreiben, dass Sie, solange es möglich ist, ambulant in Ihrem eigenen zuhause gepflegt werden wollen. Zusätzlich verfassen Sie weitere Wünsche, wie beispielsweise was für ein Geschenk oder Geldbetrag Ihre Enkel zu Ihrer Hochzeit oder zum Geburtstag erhalten sollen. Die Verfügung formulieren Sie schriftlich. Eine bestimmte Form gibt es nicht. Allerdings ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre Betreuungsverfügung unterschreiben und mit Ort und Datum versehen. Um diese zu bekräftigen können Sie alle zwei Jahre erneut mit Datum und Unterschrift unterschreiben.

Bewahren Sie die Verfügung dort auf, wo man Sie finden kann

Im Internet gibt es dafür viele Vordrucke, die Sie für das Verfassen einer Betreuungsverfügung benutzen können. Beispielsweise können Sie im Vorsorgehandbuch der Verbraucherzentrale Formulare herunterladen, die als Vorlage dienen. Damit Ihre Betreuungsverfügung  und das Gericht entsprechend Ihren Wünschen handeln kann, sollten Sie einer vertrauten Person sagen, wo Sie die Verfügung aufbewahren. Zudem empfiehlt es sich, wenn Sie eine Notiz in Ihrer Brieftasche hinterlassen. Ihre ernannte Betreuungsperson beginnt mit der rechtlichen Betreuung, sobald das Gericht eine Entscheidung getroffen und bestimmt hat, wer Ihr Betreuer ist. Dabei berücksichtigt diese Person Ihre genannten Wünsche.

Ihr gerichtlich ernannter Betreuer wird regelmäßig überprüft

Das Gericht kontrolliert regelmäßig die Betreuungsperson und stellt fest, ob Ihre niedergeschriebenen Äußerungen erfüllt werden. Im Gegenteil zur Vorsorgevollmacht können Sie eine gültige Betreuungsverfügung verfassen, wenn Sie nicht mehr voll geschäftsfähig sind. Allerdings empfiehlt es sich diese zu formulieren, wenn Sie noch komplett geschäftsfähig sind. Denn für den Fall, dass Verwandte oder Freunde mit den Bestimmungen in Ihrer Verfügung nicht einverstanden sind, können diese versuchen vor Gericht zu erreichen, dass die Betreuungsverfügung als ungültig erklärt wird.