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Pflegegrad 4

Pflegegrad 4

Pflegegrad 4 definiert die „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigeit“. Als pflegebedürftig gelten Personen, die sowohl körperlich als auch kognitiv und psychisch in Ihrem Alltag beeinträchtigt sind. Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 4 sind in Ihrem Alltag sehr stark eingeschränkt und somit auf die Hilfe von Außen angewiesen.

Voraussetzungen für Pflegegrad 4

Um einem Pflegegrad zugeteilt zu werden, muss dieser zunächst bei der Pflegekasse beantragt werden. Die Pflegekasse wird daraufhin einen Gutachter vom Medizinischen Dienst (bei gesetzlich Versicherten) oder von Medicproof (bei privat Versicherten) zu der pflegebedürftigen Person nach Hause schicken, damit dieser die Pflegesituation professionell bewerten kann. Mit dem neuen Begutachtungsassessment (NBA) stellt der Gutachter anhand von sechs verschiedenen Modulen die Pflegebedürftigkeit der betroffenen Person fest. Ausschlaggebend dafür ist ein Punktesystem mit Punktzahlen von 0 bis 100. Um den Pflegegrad 4 zugeteilt zu bekommen, ist eine Punktzahl von 70 bis unter 90 Punkten notwedig. Der Gutachter beurteilt die pflegebedürftige Person in folgenden sechs Kategorien:

Pflegegrad 1
12,5 bis <27 Punkte
Pflegegrad 2
27 bis <47,5 Punkte
Pflegegrad 3
47,5 bis <70 Punkte
Pflegegrad 4
70 bis <90 Punkte
Pflegegrad 5
90 bis 100 Punkte
  • 10 % – Mobilität
  • 7,5 % – Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • 7,5 % – Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • 40 % – Selbstversorgung
  • 20 % – Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Belastungen
  • 15 % – Gestaltung des Alltags und sozialer Kontakt

Im Falle einer Genehmigung des 4. Pflegegrades gibt es vierteljährliche Betratungstermine. Diese Termine sind verpflichtend, um die optimale Pflege zu gewährleisten.

Leistungen der Pflegekasse

Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 4 erhalten bei Pflege durch Angehörige 728 € im Monat an Pflegegeld. Falls die Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst erfolgt, bekommt die pflegebedürftige Person 1.612 € an Pflegesachleistung. Bei Bedarf können diese beiden Leistungen auch kombiniert werden. Wie bei allen anderen Pflegegraden auch steht dem Pflegebedürftigen ein Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € pro Monat zu. Ebenfalls stehen ihnen Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, im Wert von insgesamt 40 € im Monat zu. Diese Art von Leistung kann zum Beispiel in Form einer Pflegebox wahrgenommen werden.

Die rein stationäre Pflege wird mit 1.775 € im Monat bezuschusst und eine professionelle Kurzzeitpflege wir für höchstens 28 im Jahr mit 1.612 € unterstützt. Wenn wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wie beispielsweise eine barrierefreie Dusche oder ein Treppenlift, vonnöten sind, gibt es seitens der Pflegekasse einen einmaligen Zuschuss von 4.000 €.

Leistung
Betrag
Pflegegeld
728 € pro Monat
Pflegesachleistung
1.612 € pro Monat
Entlastungsbetrag
125 € pro Monat
zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
40 € pro Monat
Hausnotruf
23 € pro Monat
wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
4.000 € pro Maßnahme
stationäre Pflege
1.775 € pro Monat
Tages- und Nachtpflege
1.612 € pro Monat
Kurzzeitpflege
1.612 € pro Jahr

Weitere Pflegegrade