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Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 gilt als „geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Da Personen, die diesem Pflegegrad zugeordnet sind, noch eher selbstständig in ihrem Verhalten sind, gab es vor 2017 keine Pflegestufe für diese Personengruppe. Der Pflegegrad 1 wurde jedoch trotzdem eingeführt, da auch diese Personen Unterstützung benötigen. Auch wenn sie nur geringfügige Hilfe brauchen, sollen sie jedoch nicht ausgeschlossen werden. Meist werden Personen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Beeinträchtigungen ohne körperliche Einschränkungen in diese Pflegestufe eingeteilt.

Pflegegrad 1

Voraussetzungen für Pflegegrad 1

Um den Pflegegrad 1 zu erhalten, muss zunächst einen Antrag auf einen Pflegegrad bei der jeweils zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Daraufhin analysiert ein Gutachter vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (bei gesetzlich Versicherten) oder von Medicproof (bei privat Versicherten) bei einem häuslichen Besuch mit Hilfe eines Punktesystems die Selbstständigkeit von der betroffen Person. Anhand von jeweils sechs Kriterienkann der Gutachter den Pflegegrad feststellen. Für den Pflegegrad 1 wird dabei eine Punktzahl von 12,5 bis unter 27 Punkten benötigt. Die Punkteverteilung und die Kriterien lauten wie folgt:

Pflegegrad 1
12,5 bis <27 Punkte
Pflegegrad 2
27 bis <47,5 Punkte
Pflegegrad 3
47,5 bis <70 Punkte
Pflegegrad 4
70 bis <90 Punkte
Pflegegrad 5
90 bis 100 Punkte
  • 10 % – Mobilität
  • 7,5 % – Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • 7,5 % – Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • 40 % – Selbstversorgung
  • 20 % – Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Belastungen
  • 15 % – Gestaltung des Alltags und sozialer Kontakt

Leistungen der Pflegekasse

Als pflegebedürftige Person mit dem Pflegegrad 1 hat man keinen Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Die Pflegekasse zahlt bei häuslicher Pflege jedoch lediglich einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € pro Monat an die pflegebedürftige Person aus. Dieser Betrag ist als Entlastung für den Aufwand, der bei der Pflege durch beispielsweise Angehörige entsteht, gedacht. Pro Monat stehen Personen mit dem Pflegegrad 1 jedoch 40 € für Pflegehilfsmittel zu, die zum Verbrauch bestimmt sind. Diese Leistung der Pflegekasse kann beispielsweise in Form einer Pflegebox in Anspruch genommen werden. Zusätzlich dazu wird ein Hausnotrufsystem mit monatlich 23 € bezuschusst. Auch zu einer wohnumfeldverbessernde Maßnahme wie beispielsweise ein Treppenlift wird einmalig ein Betrag von 4.000 € beigesteuert.

Nicht bezuschusst werden allerdings die Tages- und Nachtpflege, die vollstationäre Pflege und die Kurzzeitpflege. Dabei müssen sämtliche Kosten selbst getragen werden. Lediglich der Entlasungbetrag in Höhe von 125 € pro Monat kann dafür genutzt werden.

Leistung
Betrag
Pflegegeld
Pflegesachleistung
Entlastungsbetrag
125 € pro Monat
zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
40 € pro Monat
Hausnotruf
23 € pro Monat
wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
4.000 € pro Maßnahme
stationäre Pflege
Tages- und Nachtpflege
Kurzzeitpflege

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