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Kurzzeitpflege

Was versteht man unter Kurzzeitpflege?

Die Kurzzeitpflege ist eine gute Alternative in der vollstationären Pflege, wenn der oder die Pflegebedürftige nur für einen begrenzten Zeitraum auf die Betreuung in einer vollstationären Einrichtung angewiesen ist. Ein solcher Bedarf kann besonders aus Notsituationen, wie z.B. Problemen in der häuslichen Pflege oder nach einem Krankenhausaufenthalt, entstehen. Die Kurzzeitpflege dient dabei zur Entlastung der Pflegenden, wenn die Versorgung zu Hause aus verschiedenen Gründen vorübergehend nicht gewährleistet werden kann. Die Pflegeversicherung bezuschusst den Aufenthalt in der Kurzzeitpflege unter gewissen Voraussetzungen.

Welche Voraussetzungen müssen für die Inanspruchnahme der Bezuschussung einer Kurzzeitpflege erfüllt sein?

Welche Leistungen bietet die Pflegekasse bei der Kurzzeitpflege und welche Kosten werden selbst getragen?

Die Rechtliche Grundlage für die Kurzzeitpflege ist der §42 des 11. Sozialgesetzbuches. Voraussetzung für die reguläre Inanspruchnahme der Bezuschussung ist der Besitz eines gesetzlich anerkannten Pflegegrades von 2 bis 5. Dabei muss die häusliche Pflege vorübergehend nicht möglich sein. Dies kann z.B. aus einer Überforderung der Pflegenden entstehen, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt die erforderliche Pflege und Genesung zu Hause nicht gewährleistet werden kann. Ein anderer Name für die Kurzzeitpflege ist deshalb auch Notfallpflege.

Bei der Beantragung des Kostenzuschuss für einen Kurzzeitpflegeplatz bei der Pflegekasse müssen die Gründe der entstandenen Krisensituation angegeben werden. Beispiele dafür sind Unfälle z.B. durch einen Sturz, plötzlich auftretende, akute Erkrankungen oder eine vorübergehend erhöhte Pflegebedürftigkeit durch eine Operation. Hierfür kann ein Rezept vom behandelnden Arzt  ausgestellt werden. Darüber hinaus können auch Einschränkungen von Seiten der Pflegeperson, wie z.B. Krankheit oder anderweitige Verhinderungen, ein Grund für die Inanspruchnahme einer Kurzzeitpflege sein. In solchen Fällen greift der Anspruch auf bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege pro Kalenderjahr, wenn keine private Vertretung gefunden werden kann oder die jeweiligen Mittel der Verhinderungspflege noch nicht aufgebraucht sind.

 

Die Leistungen unterscheiden sich entgegen vieler anderer Pflegeleistungen nicht nach Pflegegraden. Bei Erfüllung der Voraussetzungen stehen die Leistungen der Pflegekasse somit allen Pflegebedürftigen mit einem Pflegegrad von 2 bis 5 in gleicher Höhe zu. Dabei gibt es einen Zuschuss zu den Kurzzeitpflege-Kosten von bis zu 1.612 Euro für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr. Personen mit einem Pflegegrad 1 können für die Kurzzeitpflege jährlich bis zu 1.500 Euro im Rahmen des Entlastungsbetrags von monatlich 125 Euro, bezuschusst werden.

Die Bezuschussung soll den Betroffenen bei der Finanzierung der entstehenden Kurzzeitpflege-Kosten helfen. Diese bestehen aus der Verpflegung und Unterbringung, sowie der Investitionspauschale und den Pflegeleistungen. In Zahlen ausgedrückt sind dies im Durchschnitt 600 Euro für eine Woche Kurzzeitpflege. Bei den entstehenden Kosten wird ein Eigenanteil fällig, den der Versicherte oder der/die Angehörige selbst leisten muss. Selbst getragen werden müssen die Kosten für Verpflegung und Unterbringung, die sogenannten Hotelkosten, sowie die Investitionskosten. Die Investitionskosten sind für die Instandhaltung und den Ausbau der Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Diese Eigenleistungen machen durchschnittlich ungefähr die Hälfte der Kurzzeitpflege-Kosten aus. Die andere Hälfte besteht aus Aufwendungen für die Pflegeleistungen, diese übernimmt die Pflegekasse.

Wenn die Mittel aus dem Kurzzeitpflege-Zuschuss ausgeschöpft sind, gibt es eine Möglichkeit, das Budget mit nicht genutzten finanziellen Mitteln aus der Verhinderungspflege aufzustocken. So kann sich eine Zuschuss-Summe von bis zu 3.224 Euro pro Kalenderjahr für die Kurzzeitpflege ergeben.

Was müssen Sie bei der Beantragung der Kurzzeitpflege beachten?

Grundsätzlich sollten Sie sicherstellen, dass Sie den Antrag so früh wie möglich direkt bei Ihrer Pflegekasse stellen. Viele Kassen bieten online Anträge zum herunterladen an. Die Kosten für den Aufenthalt werden nicht rückwirkend übernommen, weshalb die vorherige Antragsstellung eine Voraussetzung für die Kostenübernahme ist.  Dabei ist bei den Pflegekassen eine grundsätzliche Bearbeitungsdauer von bis zu zwei Wochen einzuplanen. Wenn Sie den Bedarf für eine Kurzzeitpflege also voraussehen können, beispielsweise durch eine geplante Operation, sollten Sie sobald wie möglich mit der Beantragung und Planung des Aufenthalts beginnen.

Ferner sollten Sie beachten, dass es oft Wartelisten in Einrichtungen für Kurzzeitpflegeplätze gibt. Damit Sie selbst oder Ihr/e pflegebedürftige/r Angehörige einen Platz in Ihrer Wunscheinrichtungen bekommen und sich damit richtig wohlfühlen können, ist eine frühzeitige Planung deshalb sehr empfehlenswert.

Bei der Auswahl Ihrer Wunsch-Unterkunft sollten Sie sich ebenfalls über die Kosten für einen Aufenthalt informieren. Die oben beschriebenen Kosten sind lediglich zur Orientiertung gedacht und hängen von der jeweiligen Einrichtung ab.